...sehr kurzer Überblick zur Struktur und Berechnung der Anwaltsgebühren bei zivilrechtlichen Mandaten:

Die Gebühren der Rechtsanwälte sind bundesgesetzlich geregelt im „Rechtsanwaltsvergütungsgesetz“, kurz „RVG“, dort im einzelnen im „Vergütungsverzeichnis“, abgekürzt „VV“. Dies gilt für ab 1.7.2004 erteilte Mandate, bis zum 30.6.2004 richteten sich die Gebühren nach der „BRAGO“. 

Erstes Kriterium für die Gebührenberechnung ist die Höhe des jeweiligen Streitwerts. Dieser entspricht bei Geldforderungen dem Betrag der Forderung. Bei Kündigungen im Mietrecht wird der Streitwert mit der 12-fachen monatlichen Nettomiete angenommen, bei arbeitsrechtlichen Kündigungen mit dem 3-fachen monatlichen Bruttolohn. Bei Ehescheidungen errechnet sich der Streitwert (ohne Scheidungsfolgesachen) im wesentlichen aus dem 3-fachen monatlichen Nettoeinkommen beider Eheleute.

 Weiterer Maßstab nach Festlegung des Streitwerts ist die Art der anwaltlichen Tätigkeit. Grob unterscheiden kann man hier Beratung, außergerichtliche Tätigkeiten und Vertretung im Prozeß. Eine durchschnittliche Beratung löst eine Gebühr von 0,55 aus dem jeweiligen Streitwert aus. Wichtig ist hier, dass die erstmalige Beratung von Verbrauchern (also nicht bei gewerblichen Mandaten) in einem neuen Fall maximal 190,00 € kosten darf. Bei außergerichtlicher  Tätigkeit entsteht eine Gebühr im Rahmen von 0,5 bis 2,5 – je nach Umfang und Schwierigkeit der Sache. Im Prozeß fällt eine Verfahrensgebühr von 1,3 an, bei mündlicher Verhandlung eine Terminsgebühr von 1,2.

 Hinzu kommt immer eine Auslagenpauschale von 20 % der jeweiligen Gebühren, maximal jedoch 20,00 €, sowie die gesetzliche Umsatzsteuer. 

Anlage: Gebührentabelle nach RVG